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Behindertencenter El Nino/Quito

MISSIONS-DOMINIKANERINNEN SCHLEHDORF

ECUADOR

Miteinander - zueinander - füreinander

Die von Padre Carollo gegründete „Stiftung Tierra Nueva" (Neue Erde) setzt sich seit Jahren für arme Menschen in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, ein. Auch nach seinem Tod geht die Arbeit weiter. Zum Beispiel durch die 85-jährige Schwester Sigmunda und viele Spender und Ehrenamtliche. So entstand ein kräftiger, viele Früchte tragender Baum mit vielen Ästen.

Zuständig für den finanziellen Unter­halt ist bei den Ärmsten meist nur die Mutter, die folglich gezwungen ist, Geld zu verdienen. Um diese Not zu überwinden, gründete P. Carollo zu­nächst zwei funktional eingerichtete Kindertagesstätten für Kinder bis vier Jahre, die bisher eingeschlossen, ver­lassen oder im besten Fall beschützt von einem größeren Geschwisterchen zu Hause ausharren mussten, wäh­rend die Mutter arbeitete. Von 7 bis 16 Uhr werden die Kleinen hier lie­bevoll betreut. Zurzeit erleben 155 Kinder aus den ärmsten Wohnortge­meinden die Kinderkrippen.

Es war schon immer so in den Randbezirken im Süden Quitos: Kin­der, die das Volksschulalter erreichten, wurden gebraucht als Mitverdiener im täglichen Überlebenskampf der ar­beitslosen oder geringverdienenden Eltern. Bewohner im Norden der Stadt wussten: Die halbwüchsigen Schuh­putzer, die Lastenträger auf den Stra­ßenmärkten, die Zeitungs-, Blumen-, Bonbonverkäufer, die bis Mitternacht vor den Hotels der Touristen ihre Waren anboten, waren Kinder aus den Armenvierteln der Metropole.

Padre Carollos zweiter Schritt galt dem Schutz der Straßenkinder. Erfah­rene Sozialarbeiterinnen mit freiwilli­gen Helfern mühen sich um die ganzheitliche und kindgemäße Ent­wicklung der jungen Arbeiter. Gespräche mit Eltern, mit dem Zivilregister (manche Kinder haben nicht einmal einen Geburtsschein), mit Schulen, Lehrern und mit den staatlichen Stel­len, die für den Schutz der Kinder ge­schaffen sind, gehören zu ihren unerlässlichen Aufgaben.

Das Heim für verlassene Kinder „Hogar Santa Lucia" ist in die finan­zielle und pädagogische Verantwor­tung einer einheimischen Ordensge­meinschaft übergegangen. Schwester Sigmunda ist nun frei, sich einzubrin­gen in die Sorge um den Unterhalt die­ser Projekte im Dienst der Armen.

Die Stiftung Tierra Nueva gleicht einem Baum mit vielen Zweigen. Der Stamm ist Symbol des Hospitals. 2014 erfuhren hier 452 782 Patienten Hilfe. Internationale Teams operierten gratis 223 hilfesuchende, arme Menschen.

Kinderkrippen und Kindertages­heime, blühend an den ersten Zwei­gen des Baumes, verstellten P. Carollo nicht das Elend der behinderten Kin­der. 1998 besiegte ihn sein Gottver­trauen. Ohne finanzielle Absicherung wagte er es, den Lebensbaum Tierra Nueva mit zwei neuen Zweigen zu be­reichern. Im Tagesheim für behinderte Kinder aus armen Familien werden momentan 72, zum Teil mehrfach be­hinderte Kinder von professionellen Therapeuten gefördert. Und im Zen­trum für 14 bis 24-Jährige mit leichter geistiger Behinderung nehmen zurzeit 25 Jugendliche an dem dreijährigen Kurs teil. Ziel ist es, die Betreuten in das Arbeitsleben einzugliedern. Hilf­reich ist hier das staatliche Gesetz für Betriebe, Behinderte solidarisch in ihrem Betrieb zu fördern. Seit 2013 gibt es das „Mobile Medizinische Zen­trum", das für die an den Rändern le­benden Allerärmsten unverzichtbar geworden ist. Im Jahr 2014 wurden hier 15 925 Patienten behandelt.

Im Bild vom Baum entsprangen 2015 neue Zweige: Ein Zentrum ganz­heitlicher Hilfe für Jugendliche. Psychosomatische Krankheiten aufgrund von Zukunftsangst, Elend und Aus­weglosigkeit werden kompensiert mit Alkohol, Drogenkonsum, verfrühten sexuellen Beziehungen. Mit finanziel­ler Hilfe der staatlichen Erdölgesell­schaft „Petroecuador" gelang es, ein Zentrum für die gefährdeten Heran­wachsenden aufzubauen. Einzel- und Gruppentherapie, Freizeitgestaltung, Begleitung und Hilfe in Problemsitua­tionen helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen.

Die letzte Knospe, die am Baum von „Tierra Nueva" aufgeht, ist ein Tagesheim für ältere Erwachsene. Alte Menschen mit niedrigstem Einkom­men sind eingeladen, aus ihrer Ein­samkeit herauszutreten und Gleichaltrigen zu begegnen. 60 Senioren und Seniorinnen sind bereits eingeschriebene Mitglieder des „Altenclubs". Dankbar erleben sie die Gemeinsamkeit. Der Einsatz für Arme in einem fremden Land hat Wirkung bei uns. In der Vorbereitung und Durchführung so vieler Aktionen wie Bazare, Flohmärkte, Fastenessen usw. erfahren Familien, Gruppen und Pfarrgemeinden ein neues Miteinander, geeint im selben Ziel: zu helfen, Not zu lindern. Gott sei Dank für das gemeinsame Wachsen, dort und hier!

Schwester Sigmunda Schnetzer

 

Sr Sigmunda und eine Gruppe Sternsinger.